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Review zur Veranstaltung
1. Rostocker Hanffest am 13.09.2003 aufm  Uniplatz

OK, mag man sich denken... eine gute Sache, das. Aufmerksam machen auf die doch recht schiefe Rechtslage bezüglich Hanf & Co... Menschen, die sich mit diesem Thema noch nicht auseinandersetzen, dafür interessieren. Musizieren und Musik spielen. Und so... Klingt alles recht gut.

Aber: Ist es im Sinne des Ganzen, für die "Moderation" eines solchen Events, einem noch recht jungen Menschen mit recht, ehemm, komischer Artikulation das Mikro in die Hand zu geben? Ist es im Sinne des Ganzen, für ein solches Fest Bands auszuwählen, die zwar bereits anwesenden Jungendlichen gut gefallen, normale Passanten, die für das Thema Legalisierung interessiert werden sollten, jedoch eher abschrecken?

Ich denke, nicht. Ich frage mich dabei eher, was die Veranstalter erreichen wollten. Selbstbeweis um jeden Preis oder Aufklärung? Erklär mir das bitte mal jemand. Bitte!

Aber um nicht nur zu meckern: viele nette Leute & bekannte Gesichter waren dort und es entstand ein Ort der Begegnung. Aber wie bereits gesagt: eher untereinander. Immerhin. ;)

Review: Andreas

 

Fotos: Andreas Hinweise zur Nutzung dieser Bilder!
 
 
Kommentare...
Vince_NT

15.09.2003
14:07 Uhr
Also Eure Kritik verreisst die ganze Geschichte für meinen Eindruck viel zu stark, nicht weil ich da aufgelegt hab und durchaus Spass dabei hatte, nen ca. 75-jährigen Opa mit Kraftwerk zu rocken oder zu Live-Mundharmonikasupport deepsten Minimaltechno zu spielen, sondern weil ich finde, dass die ganze Geschichte, zumal es das erste Mal war, einfach Respekt verdient. Klar gibt es Spielraum für Weiterentwicklungen, allerdings würde ich nicht unbedingt den Moderator tauschen - eher durch professionelle für den gemeinen Spießer ernstzunehmende Personen ergänzen. (Aber nicht nur, sonst wirds langweilig.) Ansonsten noch ein dickes FUCK YOU an den Idioten mit dem "geht doch lieber arbeiten"-Schild, ich bin mir sicher, dass viele der Anwesenden mehr in ihrem Leben geschaffen haben als er...

p.s.: paar weiter bilder ab heute abend
auf   www.electric-underground.de
Andreas

15.09.2003
14:31 Uhr
Also n Verriss ist was anderes, aber ich denke, ich versteh, was Du meinst. Das Fest war OK, aber wie gesagt: am Zweck, und um den *geht* es ja nunmal hier, voll vorbei. Wenn wir alle nur feiern wollen, wissen wir, wohin wir gehen können. Das Hanffest sollte doch aber als Nebeneffekt noch nen anderen Sinn, haben, oder?

Und um Aussenstehenden ne Problematik rüberbringen zu können, brauchts nunmal jemanden, der sich auf ner Bühne und mit nem Mikro in der Hand nich völlig zum Bleppo macht.

Klar verdient die ganze Sache Respekt. Aber für meinen Geschmack lief da n bissl viel schief.
kuDDel

15.09.2003
15:36 Uhr
Schließe mich der Meinung von Andreas an. WIR müssen UNS nicht auf den politischen Missstand des Cannabis-Verbots aufmerksam machen, WIR wissen, dass dort einiges verkehrt läuft, der eine oder andere von UNS wird das sicher schon schmerzhaft am eigenen Leib erfahren haben. Eine Hanfparade soll doch den Sinn haben, die breite Masse der Öffentlichkeit für ein anscheinend sehr schwieriges Thema zu sensibilisieren. Wenn ich da so an die Kommentare von einigen vorbeilaufenden Passanten denke, dann kann ich nur sagen: die Aktion hat für genau diese breite Öffentlichkeit ihr Ziel ein wenig verfehlt.
Prinzipiell finde ich es bombastisch, dass es Leute in HRO gibt, die sich solcher Sachen annehmen und so ein Fest auf die beine stellen. Nur sollte man dann, wenn es soweit ist die Sache mit dem nötigen Ernst betreiben, sonst ist die Wirkung in der Öffentlichkeit leider die verkehrte.
H.Rosskie

15.09.2003
17:01 Uhr
ich finds erstaunlich das kiffer überhaupt was auf die reihe bekommen haben, normal dacht ich immer man verliert den tatendrang*g*(siehe irgendein blumentopf-track)
Ž

und den kerl mit "geht lieber arbeiten" fand ich gut. warum soll nicht auch eine andere meinung vertreten werden dürfen.

tja, ansonsten halt ich es mit vincent-was bidde sollte man besser machen? die puhdys holen damit die ganzen alten säcke stehenbleiben? bei cannabis geht es nunmal um junge menschen, und von eben diesen (für diese) wurde dieses fest veranstaltet-das dabei nich alles 100%ig läuft, mein gott ja, das is halt so.

erzählt mal wie ihr denkt das man das ganze besser aufziehen könnte...ich fands ok. auch wenn ich gegen drogen bin*gg*(warum eigentlich??? ick weiss auch nich...)
Vince_NT

15.09.2003
18:13 Uhr
Oke, verriss war bissl drastisch. Stand nur in dem Kontext, dass selbst wenn einige Leute etwas (zum ersten Mal) auf die Beine stellen, immer wieder zuerst alles zerredet wird und dann, wenn überhaupt mal, ein Lob kommt. Das bezieht ich speziell auch auf die politisch links orientierte Szene Rostocks. Wo jetzt politische Veränderung angesprochen wurde, das wird weder über ein Hanffest, noch über einen plötzlichen radikalen kurswechsel in der Mainstreampolitik geschehn können. Wenn dann eher als ein langer auf Bewusstseinsveränderungen der gesamten Öffentlichkeit (nicht duch THC, sondern durch ethische Überlegungen *g*) ausgerichter Prozess. Mein Senf dazu - MfG
Vince

15.09.2003
18:26 Uhr
kl. Nachtrag: "Geht doch lieber arbeiten!" ist keine Meinung sondern ein absolut sinnloser unterbelichterter Slogan, der das Problem Arbeitslosigkeit im neoliberalen Stil stark verharmlost und ausserdem meiner Meinung nach null Aussagekraft besitzt, außer dass der der ihn benutzt vergessen hat, wozu die graue Masse im Kopf ist, oder schlichtweg oberflächlich ist...
H.Rosskie

15.09.2003
22:25 Uhr
das das ganze keine meinung à la "wir müssen den weltfrieden erlangen" oder sonstwas ist is mir auch klar. transparente oder halt pappschilder leben von einer kurzen knackigen aussage(evtl. provozierend?;) )

lustig fand ich viel mehr das der kerl eher aussah wie ein tütendrehender mensch als manch anderer da. aber sowas muss ja nix heissen. naja egal.
Joe Wein

16.09.2003
06:50 Uhr
Ich finde es gut, dass ueberhaupt erst mal was in Rostock auf die Beine gestellt wurde. Dass man leichter jene erreicht, die bereits der selben Meinung sind, ist klar, mit dem Problem kaempft auch die Hanfparade in Berlin.

Damit eine Mehrheit fuer eine Cannabisreform erreicht, muessen wir auch jene aufklaeren, die selbst nicht Cannabis konsumieren. Das muss aber nicht unbedingt auf direktem Wege erfolgen.

Es kann z.B. auch ueber die Medien gehen, wenn diese durch oeffentlichkeitswirksame Aktionen darauf aufmerksam gemacht werden, dass Interesse am Thema besteht. Oder man kann Konsumenten dazu motivieren, sich selbst zu informieren und dann im persoenlichen Bekanntenkreis (z.B. auch die Mutter oder den Opa) aufzuklaeren.

Ein Anfang ist gemacht!
Carsten Labudda

01.10.2003
12:37 Uhr
Andreas, sieh es doch mal so:

Da sind junge Leute, die was rocken wollen. Das haben sie gemacht, und mit 700 Gästen nicht mal schlecht.

Wenn wir die Antis erreichen wollen, werden wir das sicherlich nicht gerade mit DIESER Veranstaltung. Aber DIESE Veranstaltung kann man doch auch als einen ersten Funken in Rostock begreifen, mit dem Leute erstmal GESAMMELT werden können, die an einer Verbesserung der drogenpolitischen Lage interessiert sind. Da sieht es doch bisher in Rostock auch noch nicht so dolle aus.

Wenn das Hanffest also keine Eintagsfliege bleibt, sondern sich dadurch Interessierte gefunden haben, die an dem Thema arbeiten wollen und sich auch an anderen "Fronten" versuchen wollen und werden - dann ist das Hanffest aus meiner Sicht mehr als nur eine nette Legalize-Party gewesen, sondern ein richtiger KRACHER!

Liebe Grüße,
Carsten aus dem schönen Heidelberg
 
Rückblick: die Orrriginal Ankündigung...
15 : 00 1. Rostocker Hanffest

Neben einem reichhaltigen Bühnenprogramm wird es einen kleinen Infomarkt geben mit Infoständen sowie Getränke und Essensmöglichkeiten. Als DJs für euch dabei:   Kaidar,   S.KR8,   Sterngucker,   Paul Palmer,   Vince NT und andere... Live dabei: die   BongHeads sowie   Coogan's Bluss... Zwischen den einzelnen Acts gibt es eine Moderation rund um das Thema Hanf, eine Podiumsdiskussion sowie die Möglichkeit sich im Speakers Corner zu äußern. Gegen 19.30 Uhr fällt der Vorhang am Uni-Platz und nach einer kurzen Verschnaufpause öffnen die Tore des JAZe.V. zur   After(show)party mit den DJs vom Nachmittag. Im zweiten Floor werden zwei Filme, u.a. Lammbock, gezeigt um anschließend genügend Grundlagen für eine Diskussion zu haben. Ziel dieser Veranstaltung ist es, auf die derzeitige Situation bezüglich des Hanfverbots offensiv aufmerksam zu machen.
Universitätsplatz